Geschichte des Anime

1956 wurde das berühmte Anime-Studio Toei Animation (Tôei dôga) gegründet. In den kommenden Jahren baute Toei seine Position bis hin zur heutigen Marktführerschaft immer weiter aus: So wurde dort auch der erste durchgehend farbige Anime produziert (Hakujaden, Geschichten von der weißen Schlange, 1958), der 1961 unter dem Titel Panda and the Magic Serpent als erster Anime in den USA gezeigt wurde.

Yasuo Ôtsuka (geb. 1931), unter anderem der Mentor von späteren Größen wie Hayao Miyazaki oder Isao Takahata, hatte in dieser Zeit einen bedeutenden Einfluss auf den charakteristischen Zeichentrickstil und die Animationstechnik des Studios: Er entwickelte die Technik, die Bilderanzahl pro Sekunde dynamisch an den Handlungsablauf anzupassen, und wichtige Szenen in einem Anime durch besonders sorgfältige Animation hervorzuheben. Die restlichen Szenen wurden hingegen aus Kostengründen schlicht gelassen. Diese Technik wird im Englischen als "money-shot" bezeichnet.

Einen großen Schub erlebte aber die Anime-Industrie vor allem durch den ausgebildeten Arzt Osamu Tezuka. 1961 gründete er in Konkurrenz zu Toei sein Studio Mushi Productions, und produzierte 1963 die erste Anime-Fernsehserie mit fortgesetzter Handlung mit einem Umfang von 193 Episoden: "Astroboy" (Tetsuwan Atomu), die anfangs noch schwarz-weiß war. Dieser Erfolg ermöglichte die Produktion vieler weiterer neuer Anime-Serien. Ab 1965 kam dann "Kimba, der weiße Löwe" (Janguru Taitei) dazu.

Zur gleichen Zeit wurde auch der erste Anime gezeigt, in dem ein Riesenroboter als Hauptfigur vorkam (Tetsujin 28-gô, 1963). Er wurde zum Vorläufer des späteren Mecha-Genres (siehe unten). 1969 startete Sazae-san, eine Serie über die alltäglichen Erlebnisse einer japanischen Familie, die sogar bis heute noch weiter produziert wird und damit die am längsten laufenden Anime-Serie ist. Ebenso wurden Ende der 1960er Jahre Anime aus dem Sport-Genre populär. Darunter ist vor allem Mila Superstar (Atakku No. 1) zu nennen, eine Serie über die Erlebnisse der Volleyballspielerin Mila und ihrer Sportmannschaft.

In den späten 1960er Jahren drangen die Anime in neue Bereiche vor: Tezuka begann damit, mehr an Erwachsenen orientierte Anime zu produzieren, die so genannten "Animerama". So entstanden die drei Filme 1001 Nights (Senya Ichiya Monogatari, 1969), Cleopatra (Kureopatora, 1970) und Belladonna of Sadness (Kanashimi no Beradonna, 1973), wobei letzterer der experimentellste der drei ist und später zur Inspiration für Revolutionary Girl Utena (Shoujo kakumei Utena, 1997) wurde. Zusätzlich entstand 1971 die erste Anime-TV-Serie, die sich an ein erwachsenes japanisches Zielpublikum richtete und die Handlung in eine realistischen Umgebung einbettete: Lupin III (Rupan sansei), die Geschichte um den Meisterdetektiv Arsène Lupin. Anfangs noch wenig erfolgreich und mit schlechten Einschaltquoten, erlangte sie später nach mehreren Wiederholungen Kultstatus.

Aufgrund des hohen Wettbewerbs auf dem Fernsehmarkt musste Toei sein Personal reduzieren. Viele wanderten in andere Studios wie A Pro oder Telecom Animation ab. Mushi Productions ging 1973 sogar bankrott (wurde aber vier Jahre später wiederbelebt), wodurch viele der Animationskünstler neue Studios gründeten (wie Sunrise, und Madhouse Production) und dort hohe Positionen einnahmen. Durch diesen neuen Einfluss junger Talente, die auch gegenüber neuen Entwicklungen aufgeschlossen waren, kam es auch zu mehr Experimenten.
Eines davon war zum Beispiel Isao Takahatas Heidi (Arupusu no shoujo haiji, 1974) nach dem Roman der Schweizer Schriftstellerin Johanna Spyri: Anfangs ließ sich die Serie nur sehr schwer an die Fernsehstationen verkaufen. Man ging davon aus, dass dieses realistische Drama nicht erfolgreich sein würde, da Kinder deren Meinung nach Fantasievolleres bräuchten, um begeistert zu sein.

Heidi wurde jedoch so erfolgreich, dass es nicht nur international auf vielen Fernsehkanälen lief, sondern in Japan ein so großer Hit wurde, dass Hayao Miyazaki und Isao Takahata ein ganz eigenes Projekt für eine Reihe von Anime gründen konnten, die auf literarischen Vorlagen basierten:
das berühmte World Masterpiece Theatre (kurz: WMT, jap. Sekai Meisaku Gekijou). Ab 1975 wurde jährlich eine neue Serie auf der Basis eines internationalen literarischen Werks produziert. Darunter finden sich berühmte Serien wie Niklaas, ein Junge aus Flandern (Furandaasu no inu, 1975) nach dem Roman von Marie Louisa de la Ramée (A Dog of Flanders and Other Stories, 1872), Anne mit den roten Haaren (Akage no An, 1979) nach dem Roman von Lucy Maud Montgomery (Anne of Green Gables, 1908), Kleine Prinzessin Sara (Shokoujou Seera, 1985) nach der Romanvorlage von Frances Hodgson Burnett (Sara, die kleine Prinzessin, 1888) und viele mehr.
1974-1977 kam es auch zu den ersten internationalen Kooperationen: Zusammen mit dem deutschen Sender ZDF und dem Österreichischen Rundfunk ORF wurden die Serien Biene Maja (Mitsubachi Maaya no bouken), Wickie und die starken Männer (Chiisana baikingu bikke) sowie Pinocchio (Pikoriino no bouken) produziert. Aufgrund finanzieller Probleme und nachlassender Einschaltquoten musste Nippon Animation 1997 das World Master Theatre Projekt einstellen, obwohl viele herausragende Animationskünstler daran mitarbeiteten und auch international die Serien bis heute nichts an Popularität eingebüßt haben. Jedoch konnte das WMT jetzt, im Januar 2007, mit der neuen, 52-teiligen Serie Les Misérables: Shoujo Cosette (Re Mizeraburu: Shoujo Kozetto, Les Mizérables: Kleines Mädchen Cosette) nach der Romanvorlage von Victor Hugo wieder gestartet werden!

In den 1970er Jahren kam aber auch ein weiteres großes Genre auf: das Mecha-Genre. Der Begriff Mecha (jap. meka) hat sich im japanischen Sprachraum vom englischen Wort mechanical abgeleitet. Dort bezeichnet es jedoch alle Formen von mechanischen Objekten, wie Autos oder Computer. Durch die Rückentlehnung ins Englische erfolgte die Eingrenzung des Begriffs Mecha auf die Riesenroboter. Im deutschen Sprachraum verwendet man auch den Begriff Mech neben Mecha. Im Mecha-Genre geht es in mehr oder weniger abgewandelter Form darum, dass Riesenroboter, die meist eine humanoide Form haben, von Kindern oder Jugendlichen gesteuert und als Kampfmaschinen eingesetzt werden, um die Welt vor Bedrohungen zu beschützen. Zu den frühen Werken gehören Mazinger Z (Majingaa zetto, 1972-74) und die Mobile Suit Gundam Reihe (Kidou senshi Gandamu, ab 1979). Spätere Beispiele wären The Super Dimension Fortress Macross (Chou Jikuu Yousai Makurosu, 1982-83), Gunbuster (Toppu O Nerae!, 1988) und natürlich auch der Kult-Anime Neon Genesis Evangelion (Shinseiki evangerion, 1995-1996).

Mit der Science-Fiction-Serie Science Ninja Team Gatchaman (Kagaku ninjatai Gatchaman, 1972-74) kam auch ein neues Stilelement zum Tragen: das Sentai-Prinzip (sentai, jap.: Einsatz- beziehungsweise Kampftruppe). Hierbei haben die Hauptcharaktere (in der Regel fünf, seltener vier Personen) die Fähigkeit, bei Gefahr ein Alter Ego mit spezifischen übermenschlichen Fähigkeiten anzunehmen. Dabei werden jeder Person nicht nur eine spezielle Farbe und ein Symbol zugeordnet, sondern auch bestimmte Charaktergrundtypen. Dieses Sentai-Prinzip lässt sich auch heutzutage immer wieder im Anime finden, sei es zum Beispiel in Saber Rider und die Starsheriffs (Seijuushi Bismaruku), Sailor Moon (Bishoujo senshi seeraamuun), aber auch in Realserien wie Power Rangers (stark amerikanisierte Fassung der 1992 entstandenen Serie Kyouryuu sentai juurenjaa).

Soviel vorerst zu diesem zweiten Teil des Berichts. Im dritten Teil werdet ihr mehr erfahren über die weitere Entwicklung des Anime ab den 1980er Jahren!

Geschichte des Manga

Bei dem Begriff "Manga", was übersetzt so viel wie "zwanglose Bilder" bedeutet, denkt man heutzutage zuerst an die japanischen Comic-Bücher, die von hinten nach vorne gelesen werden...

...und im deutschsprachigen Raum seit Ende der 90er-Jahre einen neuen Comic-Boom ausgelöst haben. Die Entwicklungsgeschichte des Manga reicht jedoch viele Jahrhunderte zurück.

Nach dem Vorbild chinesischer Zeichnungen begannen in Japan buddhistische Mönche mit dem Zeichnen von Bildern auf langen Papierrollen, wobei nicht nur religiöse Geschichten, sondern auch Parodien entstanden. Das bekannteste Beispiel ist die erste von vier "Vogel- und Tierkarikaturen", die von Sojo Toba (1053-1140) gezeichnet wurde und Hasen, Frösche, Affen und viele andere Tiere zeigt, die sich wie Mönche benehmen und buddhistische Rituale abhalten.

Ungefähr ab dem 13. Jahrhundert wurden Bilder von Tieren, Göttern und Dämonen auf Tempelwände gemalt. Diese Motive übertrug man ab dem 16. Jahrhundert auch auf Holzschnitte: Dabei wurden die Bilder in Holzblöcke geschnitzt, die man dann mit Farbe versehen und wie große Stempel abdrucken konnte. Solche Holzschnittdrucke konnten in großer Zahl hergestellt werden und verbreiteten sich rasch.

Im späten 17. Jahrhundert entwickelten die japanischen Holzschnittmeister eine neue Stilrichtung namens Ukiyo-e, was etwa "Bilder der fließenden Welt" bedeutet. Dabei kamen zu den bisher verwendeten Motiven auch Bilder aus dem alltäglichen Leben bis hin zu frivolen und erotischen Szenen hinzu. Einer der großen Ukiyo-e-Meister war Hokusai (1760-1849), der zum ersten Mal den Begriff "Manga" populär machte. Seine "Hokusai-Manga", die von 1814 bis 1815 in 15 Bänden erschienen, entsprachen aber noch nicht den modernen Manga - sie erzählten keine fortlaufenden Geschichten, sondern enthielten Skizzen der damaligen japanischen Kultur und Gesellschaft sowie Landschafts- und Naturbilder. Am ehesten könnte man die "Hokusai-Manga" also als Vorläufer der heutigen Manga-Artbooks betrachten.

Im frühen 18. Jahrhundert entwickelten sich die so genannten Toba-e. Dabei handelte es sich um zusammengeheftete Folgen von Holzschnittdrucken, die fortlaufende Geschichten bildeten und bei denen der Text in den Bildern mit enthalten war. Da Toba-e hauptsächlich satirisch oder lustig waren, wurden sie im 19. Jahrhundert in Japan zur beliebtesten Lektüre.

Japan hatte sich von Anfang des 17. bis Mitte des 19. Jahrhunderts auf Anordnung der Militärherrscher (Shogune) fast völlig vom Rest der Welt isoliert. Nach dem Ende dieser absichtlichen Abschließung gelangten rasch westliche Techniken und Kunstformen ins Land. Dazu gehörten neben neuen, verbesserten Drucktechniken vor allem auch politische und sozialkritische Karikaturen.

Britische und französische Verleger gründeten in Japan satirische Zeitschriften wie z. B. "Tokyo Punch" (ab 1862), von denen sich japanische Zeichner Anregungen für eigene Produktionen holten. Andere Quellen waren die ab Ende des 19. Jahrhunderts entstehenden US-amerikanischen Comic Strips.

Der erste Vorläufer von Manga in heutigem Sinne ist die 1902 entstandene Geschichte "Tagosaku und Mokube besichtigen Tokio" von Rakuten Kitazawa (1876-1955), der auch die erste japanische Schule für Karikaturen und Manga gründete. Neben übersetzten US-Comics wurden in japanischen Zeitungen seit dieser Zeit immer mehr japanische Eigenproduktionen abgedruckt.

Vor dem Zweiten Weltkrieg mussten zahlreiche Verlage u. a. wegen Papierknappheit ihre Arbeit einstellen. Die japanische Regierung löste viele Manga-Zeichnergruppen auf und schloss ihre Mitglieder in einer neuen staatlichen Vereinigung zusammen. Manga wurden während des Krieges hauptsächlich zu Propagandazwecken eingesetzt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entstanden in Japan viele neue Verlage, die großen Bedarf an Manga-Zeichnern hatten. Für einen dieser Verlage arbeitete ein junger Medizinstudent namens Osamu Tezuka (1928-1989), der besonders von französischen und deutschen Stummfilmen sowie von den frühen Disney-Zeichentrickfilmen begeistert war. Für sein erstes Werk "Die neue Schatzinsel" (1946) experimentierte er mit einem neuen Zeichenstil, aus dem sich später die moderne Manga-Industrie entwickelte. Tezuka zeichnete 40 Jahre lang Manga und wurde vor allem mit seinen Serien "Astro Boy" und "Kimba, der weiße Löwe" weltberühmt. Zum Dank für seine Verdienste hat er von den japanischen Fans den Beinamen "Gott des Manga" verliehen bekommen.

Heutzutage hat Japan den größten Comic-Markt der Welt. Bei seiner Beschreibung kommt man um Superlative nicht herum: Allein im Jahr 2004 wurden sage und schreibe 1,4 Milliarden Manga gedruckt. Durchschnittliche Manga-Serien erscheinen in Japan mit einer Auflage von 300.000 bis 500.000 Exemplaren pro Band - Zahlen, bei denen man in vielen anderen Ländern Bücher bereits als Bestseller bezeichnen würde. Und bei einem Angebot von 250 bis 300 verschiedenen Manga-Magazinen, die wöchentlich, zweiwöchentlich oder monatlich erscheinen, fällt die Entscheidung nicht leicht. Manga gibt es für jedes Alter und jedes Thema, und als Fortsetzung einer Jahrhunderte alten Kunst sind sie ein fester Bestandteil der japanischen Kultur.

Manga ABC

Anime: Anime ist eine Abkürzung des englischen Begriffs animation und bezieht sich auf in Japan produzierte Zeichentrickfilme. In Japan selbst werden alle Zeichentrickfilme Anime genannt.

Bishoujo-Manga: Bishoujo bedeutet übersetzt „schönes Mädchen“. Die Hauptfiguren in diesen Manga sind meistens romantisch und verträumt, aber auch mutig und kämpferisch.

Bishounen-Manga: Bishounen ist das Gegenstück zu Bishoujo und bedeutet übersetzt „schöner Junge“. Solche Figuren kommen überwiegend in Manga vor, die von gleichgeschlechtlicher Liebe zwischen Männern handeln (so genannten Yaoi-Manga).

Chibi-Manga: Dieser Ausdruck wird für Manga mit niedlichen und kindlich wirkenden Charakteren benutzt. Chibi (japanisch für „klein&ldquo haben meistens ein ausgeprägtes Kindchenschema mit großen Kulleraugen und einer ausgeprägten Mimik. Sie werden auch häufig als Maskottchen verwendet.

Comic Market: Der Comic Market (kurz „Comiket&ldquo, der zwei Mal pro Jahr in Tokio stattfindet, ist die größte Comic-Verkaufsmesse Japans. Dort werden privat gezeichnete Manga (so genannte Doujinshi) ausgestellt und verkauft.

Cosplay: Bedeutet, sich als Manga- oder Anime-Figur zu kostümieren, sich zu treffen und einander kennen zu lernen. Der Begriff leitet sich vom englischen Ausdruck costume play ab. Mittlerweile gibt es auf jeder größeren Manga- und Anime-Veranstaltung Cosplay-Events, auf denen sich verkleidete Fans und solche, die gerne Cosplayer fotografieren, treffen.

Doujinshi: Doujinshi sind von Fans gezeichnete und privat veröffentlichte Manga. Sie bieten unbekannten Mangaka gute Chancen, bekannt zu werden. Die Karriere vieler mittlerweile sehr bekannter Mangaka begann mit dem Gewinn eines Dojinshi-Wettbewerbs.

Hentai-Manga: Diese Manga haben eine erwachsene Zielgruppe und eindeutige sexuelle Inhalte.

Komikku: Japanische Umschreibung des englischen Wortes „Comic“. In Japan werden die Begriffe „Manga“ und „Komikku“ gleichwertig für alle Arten von Manga und Comics verwendet.

Manga: Bedeutet übersetzt etwa „zwangloses Bild“ und steht für japanische Bildergeschichten, Comic Strips, Karikaturen und Zeichentrickfilme. In Japan wird Manga gleichwertig mit „Komikku“ für alle Arten von Comics verwendet, im Westen versteht man unter Manga nur japanische Comics. Als Abgrenzung zu Manga werden südkoreanische Comics Manhwa und chinesische Comics Manhua genannt.

Mangaka: Bedeutet übersetzt „Manga-Zeichner“ und ist in Japan eine eigene Berufsgruppe. Um ein Mangaka zu werden, muss man z. B. einen Zeichenwettbewerb gewinnen oder sich erfolgreich bei einem Verlag bewerben. Berühmte japanische Mangaka sind zum Beispiel Gosho Aoyama, CLAMP oder Rumiko Takahashi.

Mangazasshi: So werden in Japan Manga-Magazine genannt, die wöchentlich, zweiwöchentlich oder monatlich erscheinen. Wegen ihrer Dicke haben sie auch den Spitznamen „Telefonbücher“. Mangazasshi haben eine schlechte Druck- und Papierqualität und werden üblicherweise nach dem Lesen weggeworfen. Die meisten Manga-Serien werden zuerst als Fortsetzungskapitel in Mangazasshi veröffentlicht, diese Kapitel werden später auch zu Sammelbänden (so genannten Tankoubon) zusammengefasst.

Magical Girl: Diese Art von Geschichten ist im deutschsprachigen Raum vor Allem durch Serien wie „Sailor Moon“ und „Wedding Peach“ bekannt geworden. In diesen Manga werden Mädchen durch Magie aus ihrem Alltag gerissen und müssen zu Kämpferinnen gegen das Böse werden.

Manhwa: Manhwa sind Comics aus Südkorea. Im Gegensatz zu japanischen Manga sind sie in westlicher Leserichtung gehalten, werden also „normal“ von links nach rechts gelesen. Wie bei Manga gibt es auch hier unterschiedliche Genres: Sunjeong-Manhwa sind für Mädchen, Sonyeon-Manhwa richten sich an Jungen und Seongin-Manhwa sind für Erwachsene.

Otaku: Ursprünglich war dieses Wort in Japan eine abfällige Bemerkung gegenüber fanatischen Fans, die sich so sehr ihrem Hobby widmen, dass sie sich kaum noch in der Realität zurechtfinden. Im Westen hat der Begrif jedoch eine positive Wandlung durchgemacht und bezeichnet hier einfach nur noch Manga- und Anime-Fans.

Shoujo-Manga: Diese Manga sind speziell für heranwachsende Mädchen gezeichnet. Es geht um die erste Liebe, den ersten Liebeskummer und schöne Jungen. Es kommen viele Blütenblätter und Blumenranken vor, und mit Rüschen ausstaffierte Mädchen haben übergroße, feuchte Augen, in denen sich alle Gefühle der Welt widerzuspiegeln scheinen.

Shounen-Manga: Diese Serien sind die Gegenstücke zu Shoujo-Manga und richten sich an heranwachsende Jungen. Ihr Schwerpunkt liegt auf Action und Kampf, oft gegen Monster oder dunkle Mächte. Die Jungen werden häufig von ganz normalen Kindern zu Superhelden, die ihre Freunde oder sogar die ganze Welt mit ihren Superkräften retten müssen.

Shounen-Ai-Manga: Der Begriff „Shounen Ai“ („Jungenliebe&ldquo ist ein veralteter japanischer Ausdruck für Manga mit homosexuellen Themen, der außerhalb Japans von Fans nach wie vor verwendet wird. Shounen-Ai-Manga haben im Gegensatz zu Yaoi-Manga keinen oder nur einen angedeuteten sexuellen Inhalt und werden überwiegend von Frauen gezeichnet, auch die Zielgruppe besteht hauptsächlich aus Mädchen und Frauen. In Japan selbst werden solche Serien zusammen mit Yaoi-Manga unter dem Begriff „Boys’ Love“ oder kurz „BL“ zusammengefasst.

Tankoubon: Damit werden Sammelbände bezeichnet, in denen die als Fortsetzungen in Manga-Magazinen erschienenen Einzelkapitel zusammengefasst werden. Im Gegensatz zu den billig produzierten Mangazasshi sind Tankoubon zum Sammeln und Aufbewahren gedacht und haben eine hohe Druckqualität. Oft gibt es von Tankoubon zusätzlich auch limitierte Sonderauflagen, denen Figuren oder Merchandising-Artikel aus der jeweiligen Serie beiliegen.

Toilettenpapiervergleich: Ein japanischer Reporter machte einmal in einem Zeitungsartikel eine satirische Bemerkung, dass in Japan mehr Papier für Comics verbraucht würde als für Toilettenpapier. Diese Bemerkung wurde in den 80er-Jahren von einem englischen Autor aufgegriffen und weiterverbreitet. Wirklich fundiert ist dieser unsinnige Vergleich nicht, jedoch findet er sich im deutschsprachigen Raum häufig in Artikeln über Manga wieder.

Yaoi-Manga: Der Begriff „Yaoi“ wird nur noch außerhalb Japans verwendet, Fans bezeichnen damit Manga mit homosexuellen Themen und deutlichem sexuellen Inhalt. Yaoi-Manga werden überwiegend von Frauen gezeichnet, auch die Zielgruppe besteht hauptsächlich aus Mädchen und Frauen. In Japan selbst werden solche Serien zusammen mit Shounen-Ai-Manga unter dem Begriff „Boys’ Love“ oder kurz „BL“ zusammengefasst.
Der Begriff „Yaoi“ wurde in Japan 1979 von einer Gruppe von Doujinshi-Zeichnerinnen aus Kanazawa um Yasuko Sakata und Rinko Hatsu als Titel für eine Sammlung leicht erotischer Kurzgeschichten geprägt. „Yaoi“ ist eine Abkürzung aus den Begriffen „yamanashi, ochinashi, iminashi“ („ohne Höhepunkt, ohne Inhalt, ohne Sinn&ldquo und stellt eine Parodie auf die traditionelle japanische Erzählstruktur „ki, sho, ten, ketsu“ (Einleitung, Entwicklung, Überleitung und Schluss) dar, die sich aus der chinesischen Dichtkunst ableitet.

Yonkoma-Manga: Manga-Kurzgeschichten aus vier Bildern, die den amerikanischen Comic Strips entsprechen. Sie werden in japanischen Tageszeitungen abgedruckt, sind aber auch oft lustige Bonusgeschichten in Manga-Serien.